Weisheit zum Kothaufen-Emoji - Teil 2

Nachdem ich Dir im ersten Teil erklärt habe, wieso das Kothaufen-Emoji ein schönes Sinnbild für toxische Menschen ist, geht es in diesem Teil darum, wieso ausgerechnet wir immer an diese Menschen geraten und sie förmlich magnetisch anziehen.

Lass uns wieder eine Reise in die Metaphern nehmen. Stell Dir vor, man biete Dir Deine Traumwohnung an und verlangt von Dir die volle Miete, obwohl die Toilette nicht funktioniert und unbrauchbar wäre. In Deiner Nähe gibt es keine Möglichkeiten wie Plumpsklo oder Dixi-Klos. Du hättest also die Möglichkeit immer bei Bekannten, Freunden, Familie oder am Arbeitsplatz auf Toilette zu gehen oder "auszuhalten". Würdest Du die volle Miete für die Traumwohnung zahlen? Womöglich nicht! Wahrscheinlich selbst dann nicht, wenn man Dir einen Eimer kostenlos dazu geben würde, welchen Du täglich auf einem nahegelegenen Komposthaufen ausleeren kannst, richtig?


Seit Kindertagen werden wir darauf trainiert unser Geschäft wegzubringen und es ohne Nachlass zu entsorgen. So machen wir das auch mit unseren Haustieren. Hunde führen wir Gassi, Katzenklos werden sauber gemacht und mit Sand zum Abdecken ausgestattet und Käfige werden regelmäßig gereinigt - sofern man kein Tierquäler ist. Für den physischen Prozess gibt es also beispielsweise Toiletten, die wir sogar als so wichtig empfanden, dass unsere Ahnen sie über die Jahre von draußen (Plumpsklo) nach drinnen (fester Bestandteil einer Badezimmereinrichtung) verlegt haben. Für unseren psychischen Bereich haben die meisten so eine Anlage nicht und wundern sich dann, dass sie toxische Menschen anziehen, wie Scheiße Fliegen.

Nun fragst Du Dich sicher wie das gehen soll. Immerhin kann man schlecht eine Toilette in sich einbauen und damit das Problem lösen. Stattdessen müssen wir verstehen, dass toxische Menschen besonders da anbandeln, wo die Möglichkeit besteht lange zu überdauern. Das fängt vor allem damit an, dass wir den Frust über andere Menschen weiter zu anderen Menschen tragen, z.B. den Partner Zuhause die Ohren über unsere schlimmen Kollegen volljammern, aber nichts am Umstand selbst unternehmen. Solch ein Verhalten trägt nicht nur dazu bei, dass die toxischen Menschen unverändert bleiben, sondern führt auch gleichzeitig dazu, dass wir ebenfalls in den Augen anderer zu Kothaufen mutieren.


Stelle Dir dafür einmal vor, Du bräuchtest bei einer Aufgabe unbedingt Hilfe. Wen würdest Du eher um Hilfe bitten, jemanden der Ahnung davon hat und helfen würde oder denjenigen, der stetig mit Unwissenheit glänzt und statt zu helfen noch dumme Sprüche bringt? Natürlich wählen wir den Ersten. Nun drehen wir es um. Wenn du jemandem besonders auf die Nerven gehen willst, wer wäre Dein Opfer? Die Person, die erst beim hundertsten Versuch auf die Palme geht oder die Person, die direkt beim ersten oder zweiten Mal genug von Dir hat? Natürlich wählst Du ebenfalls die Person, bei der Du das größte Ergebnis zu einem geringeren Energiepreis bekommst - also Person Zwei. So funktioniert es auch mit toxischen Menschen. Solange wir ihnen die Fläche dafür bieten, uns von ihnen vergiften zu lassen, müssen sie nichts ändern.

Nun gibt es viele, die der Meinung sind man müsse diesen Menschen es auf die gleiche Tour heimzahlen wie sie es einem antun. Doch der erste Gedankenfehler besteht schon darin, dass die toxischen Menschen ihre Tour ja besonders gut beherrschen. Wenn also ein Kothaufen vor einem Cookie steht, dann will der Kothaufen den Cookie zum Kothaufen machen, weil er weiß, dass er selbst nicht mehr zum Cookie werden kann. [Das ist nicht nur sinnbildlich, sondern wahre Tatsache, wenn Du Dir die Biologie unseres Körpers ansiehst.] Die Frage ist nun, lässt Du den Kothaufen gewinnen in dem er Dich zu einem Kothaufen verdaut, oder akzeptierst Du, dass ihr unterschiedlich seid und Du noch immer wohlschmeckender bist?


Kommen wir zurück zu den psychischen Toiletten. Nachdem Du also erstmal entschieden hast auf Deiner Ebene bleiben und nicht selbst im Abfluss anderer Menschen landen zu wollen, geht es darum Dir das Umfeld anzusehen in dem Du die toxische Person antriffst. Ist es beispielsweise ein Kollege, dann frage Dich mal, ob Du wirklich glücklich in Deinem Job und bei Deinem Arbeitgeber bist. Ist das der Fall und der eine Kollege versaut das ganze Betriebsklima, dann kann ein Weg ihn "wegzuspülen" sein, mit Deinem Chef oder dem Betriebsrat zu sprechen, sofern Du Hemmungen hast direkt auf die toxische Person zuzugehen. Redest Du sowieso schon mit anderen Kollegen immer über diese Person, kannst Du Dich natürlich auch mit denen kurzschließen, ob man zusammen in einem Teammeeting die Teamdynamik anspricht. [Baue keine Armee mit der Du gegen den anderen schießen willst, damit wirst Du automatisch zu einem Kothaufen!]

Das gilt übrigens auch für andere Lebensbereiche. Nicht immer muss man sich direkt von der toxischen Person trennen. Fange bei Dir und Deiner Einstellung an. Ändern wir etwas an unserer Energie, leiten wir damit auch automatisch Änderungen in unserem Umfeld ein - ohne es aktiv kommuniziert zu haben. Alleine durch unser neues Verhalten in gewissen Situationen führen wir eine Veränderung herbei, die toxische Menschen nicht kontrollieren können - was übrigens die beste Waffe ist, denn bisher hatten sie die Macht über Dich.

Du kannst Dich also jeder Zeit entscheiden, ob Du Dich vom Cookie zu einem Kothaufen verdauen lässt oder ob Du bereit bist ein Glückskeks zu werden. Ich selbst war häufig genug am Scheideweg und jeder von uns hat sich sicher schon mal für den Weg zum Kothaufen entschieden. Wenn Du wissen willst, wie mein Glückskeksmoment aussah, dann höre gerne Sonntag in meine Podcastfolge rein.


In Teil 3 behandele ich das Thema, wieso niemand einem Menschen den Stempel "Kothaufen" aufdrücken sollte, wenn wir diesen für toxisch halten.

Du willst das Thema nochmal als Podcast hören?


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